

Seit Anfang des Jahres wird auch in Deutschland das neue international einheitliche Logo, dessen Entwicklung von der Bundesregierung unterstützt wurde, eingesetzt. Die Vergabe dieses Zeichens ist an anspruchsvolle soziale und ökologische Kriterien geknüpft. Wichtigste Punkte sind: Verzicht auf Kinderarbeit, faire Preise für den Erzeuger und umweltgerechter Anbau.
Der 1992 gegründete Verein zur Förderung des Fairen Handels mit der "Dritten Welt" e. V. - Transfair stellte das neue Logo vor. Er bürgt zugleich für die Einhaltung der strengen Kriterien der Vergabe dieses Logos. Getragen wird der Verein von 38 Institutionen aus den Bereichen der Entwicklungshilfe, Kirche, Verbraucherschutz, Frauen, Bildung und Soziales - wie zum Beispiel UNICEF und terre des hommes.
Armutsbekämpfung dient auch dem Umweltschutz
Wieczorek-Zeul begrüßte bei der Vorstellung in Berlin, dass bereits 22.000 Supermärkte in Deutschland fair gehandelte Produkte anbieten. Dadurch konnten bisher etwa drei Millionen Menschen von diesem Angebot Gebrauch machen. Mit dem neuen Logo und der weiteren Verbreitung der Produkte kann nun "jede Verbraucherin, jeder Verbraucher Solidarität mit den Menschen der Entwicklungsländer im Alltagsleben verwirklichen", sagte die Bundesentwicklungsministerin.
Trittin verwies auf die enge Verbindung zwischen der Förderung des fairen Handels und dem Schutz der Umwelt in Entwicklungsländern: "Die Bekämpfung der Armut in den Entwicklungsländern ist eine wichtige Voraussetzung für die Sicherung der Umwelt". Deshalb stehe auch in den Schlussfolgerungen des Weltgipfels von Johannesburg die Bekämpfung der Armut an vorderster Stelle der Sicherung einer nachhaltigen Entwicklung.
Künast hob die besondere Bedeutung der Fortschritte des fairen Handels und der Einführung eines einheitlichen Logos auf der Basis einheitlicher Kriterien für die bevorstehenden Verhandlungen zum
Welthandel (WTO) hervor. Sie bezeichnete den fairen Handel als Vorreiter für gerechte Welthandelsstrukturen und soziale Nachhaltigkeit. Für die Verbraucherinnen und Verbraucher bedeute der Kauf dieser Produkte Genuss ohne Reue, den "hier wissen sie, dass es fair ist", so die Ministerin.
Ein Prozent Marktanteil
Der Geschäftsführer von TransFair, Dieter Overath, berichtete, dass beispielsweise fair gehandelter Kaffee nicht nur in Supermärkten, sondern auch schon in Betriebskantinen Einzug gehalten habe. Insgesamt sind die Marktanteile aber noch gering, bei Kaffee beträgt er ein Prozent, bei Tee 1,5 Prozent, bei Honig etwas über ein Prozent, bei Süßwaren liegt er darunter. Beim neu eingeführten Orangensaft ist er noch nicht einmal messbar.
Bis Jahresende werden europaweit 13 Länder das neue Siegel einsetzen. Insgesamt kommen 800.000 Produzentenfamilien in 41 Ländern derzeit die Vorteile des Fairen Handels zugute. Der Anteil lässt sich nur dann steigern, wenn immer mehr Menschen durch den Kauf der Produkte mit dem
neuen Siegel ihren Beitrag zur Armutsbekämpfung leisten.
Weitere Informationen zum neuen Gütesiegel für fair gehandelte Produkte unter: http://www.transfair.org/