IP-Mittelstand

ver.di kritisiert Clement-Vorschläge

29.01.2003

"Clements Vorschläge zur Einführung von Ausbildungszeit-Wertpapieren sind völlig unausgegoren und untauglich", betonte der stellvertretende Vorsitzende der Vereinten Dienstleistungsgewerkschaft (ver.di) Frank Werneke am 29. Januar  in Berlin. "Durch eine solche Finanzierung würden Bildung und Ausbildung abhängig vom eigenen Geldbeutel oder vom Kontostand der Eltern und Großeltern. Die eigentlich Verantwortlichen für die
Ausbildungsplatzmisere würden dagegen noch weiter entlastet." Die Umsetzung eines solchen Vorschlages würde sogar den dramatischen Abbau der von Betrieben finanzierten Berufsausbildung nochmals verstärken, kritisierte Werneke.

ver.di habe die Arbeitgeber mehrfach aufgefordert, im Bündnis für Arbeit verbindliche, nachprüfbare Verabredungen zu treffen für eine Erhöhung der Anzahl und eine Verbesserung der Qualität der Ausbildungsplätze. Daran werde die Gewerkschaft auch weiterhin festhalten. Sollte dieses nicht gelingen, müsse die Bundesregierung aktiv werden und eine Ausbildungsplatzumlage gesetzlich regeln, forderte der stellvertretende ver.di-Vorsitzende.  Die Devise laute dann: "Wer nicht ausbildet, muss zahlen." Nur so könne die anhaltende Flucht vieler Betriebe aus der Ausbildungsverantwortung gestoppt und jungen Menschen eine Perspektive auf einen qualifizierten Arbeitsplatz geboten werden.