Express-Airways sieht sich selbst nicht als Billigflieger, sondern als Volks-Fluglinie. Das Unternehmen entstammt der Farnairgruppe, einer bekannten Frachtfluggesellschaft. Deren deutscher Ableger war vor allem für Federal-Express unterwegs. Als sich die Muttergesellschaft entschied, Farnair Deutschland zu liquidieren, entschlossen sich die Mitarbeiter, eine neue Regional-Fluglinie aufzubauen, die vor allem innerdeutsch verkehren soll, und zwar von - zum Teil eher weniger frequentierten - Flughäfen, die aber einen großen Einzugsbereich haben.
Angesteuert werden Augsburg, der Baden-Airport Karlsruhe, Münster-Osnabrück, Lübeck, Berlin-Schönefeld und Dresden, außerdem Köln-Bonn - hier sieht sich die künftige Airline als Zubringer zu schon bestehenden Billigfliegern - und Braunschweig, sicherlich attraktiv wegen der Nähe zum Volkswagenwerk in Wolfsburg.
Im Vergleich zu schon existierenden Angeboten ist das Preiskonzept von Express-Airways attraktiv - und schlüssig. Gebucht wird im Internet oder Call-Center, jede Strecke kostet 69,- Euro Festpreis einfach, inklusive aller Gebühren - und zwar auf jedem Platz, Spielchen mit kontingentierten Lockpreisen wie bei anderen gibt es nicht. Alle Tickets können jederzeit und ohne Aufpreis umgebucht oder storniert werden. Das so etwas funktionieren kann, hat die Konkurrenz von Germania schon im Berlinverkehr gezeigt, die mit einem ähnlichen, wenn auch teureren Konzept operiert.
Um das Ganze finanzieren zu können, will Express-Airways nachts Fracht fliegen und am Wochenende Ziele im Ausland ansteuern, hier sind momentan Wien, Paris und Budapest im Gespräch für 149,- Euro hin und zurück, all inklusive. Attraktiv sind die Goodies, die die Airline geplant hat. So soll es Rabatte für Schüler, Studenten und Senioren geben, zwischen dem Bahnhof und dem jeweiligen Flughafen soll ein kostenloser Bus-Shuttle verkehren.
Express-Airways setzt auf Kurzstreckenflugzeuge vom Typ BaE 146 Avro-Jet mit Platz für 100 Passagiere. Diese vierstrahligen Maschinen brauchen im Gegensatz zu anderen nur sehr kurze Start- und Landebahnen und benötigen dank hoher Reichweite und eigener Gangway nur kurze Bodenzeiten - ein wichtiger Punkt, auf den Low-Cost-Airlines sehr achten.
Starten will die Fluglinie im April oder Mai nächsten Jahres, zunächst mit sechs Fliegern, später dann sollen es bis zu zehn werden. Und die Chancen, dass die Jets von Express-Airways tatsächlich abheben, sind recht gut. Knackpunkt sind, wie anderswo auch, die Finanzen. Momentan wird noch mit Investoren verhandelt, bis Ende des Jahres soll aber alles geklärt sein.
Link: http://www.express-airways.de