Die Bundesregierung teilt mit:
Die Bundesregierung hat am 20. November 2002 den Nachtragshaushalt 2002 und den Haushaltsentwurf 2003 beschlossen. Der Nachtragshaushalt und die Korrekturen am Bundeshaushalt 2003 sind erforderlich geworden, weil der Staat im Jahre 2002 konjunkturbedingt rund 8,5 Milliarden Euro weniger Steuern eingenommen als geplant. Zugleich stiegen die Ausgaben im selben Zeitraum um 5 Milliarden an. Diese Einnahmen- und Ausgabenentwicklung war bei der Aufstellung des Haushalts 2002 nicht absehbar. Die Bundesregierung muss daher mit einem Nachtragshaushalt die Lücke zwischen vorgesehenen Einnahmen und notwendigen Ausgaben schließen.
Eckdaten des Nachtragshaushaltes 2002
Die Ausgaben des Bundes sind von geplanten 247,5 Milliarden Euro auf 252,5 Milliarden Euro gestiegen. Zur Sicherstellung eines ausgeglichenen Haushaltes steigt die Nettokreditaufnahme um 13,5 Milliarden Euro auf 34,6 Milliarden Euro.
Die Nettokreditaufnahme liegt damit im Jahr 2002 über den Ausgaben für Investitionen (25 Milliarden Euro). In Artikel 115 des Grundgesetzes heißt es: "Die Einnahmen aus Krediten dürfen die Summe der im Haushaltsplan veranschlagten Ausgaben für Investitionen nicht
überschreiten". Eine Ausnahme hiervon ist nur zur Abwehr einer Störung des gesamtwirtschaftlichen Gleichgewichts statthaft. Ein Störung des gesamtwirtschaftlichen Gleichgewichts liegt bei einem Ungleichgewicht im so genannten "magischen Viereck" vor: zwischen Preisniveaustabilität, hohem Beschäftigungsstand, außenwirtschaftlichem Gleichgewicht (= ausgeglichene Zahlungsbilanz) und stetigem Wirtschaftswachstum.
Der Bundesfinanzminister hat eine Störung des gesamtwirtschaftlichen Gleichgewichts festgestellt und damit die genannte Ausnahmesituation für das Haushaltsjahr 2002 bejaht: Denn die Ziele eines hohen Beschäftigungsstandes (durchschnittlich 4,05 Millionen Arbeitslose in 2002 statt erwarteter 3,89 Millionen; Beschäftigungsstand um 200.000
niedriger als in 2001) und eines stetigen Wirtschaftswachstums (nur 0,5 statt 1,25 Prozent) werden gravierend verfehlt. Auch das Wachstumsziel für 2003 musste bereits von 2,25 auf 1,5 Prozent korrigiert werden. Die Bundesregierung ist jedoch überzeugt, dass es sich um eine einmalige Überschreitung der Kreditobergrenze handelt. Durch ein kurzfristiges Wirkenlassen der so genannten automatischen Stabilisatoren, eine längerfristige Ausgabenbegrenzung, weitere strukturelle Reformen sowie durch eine Verbreiterung der steuerlichen Bemessungsgrundlagen sollen die aktuellen Haushaltsprobleme schon im
Haushaltsjahr 2003 behoben werden. Der Konsolidierungskurs steht trotz der höheren Kreditaufnahmen somit nicht zur Disposition, erklärte der Bundesfinanzminister Die Eckdaten des Haushaltsentwurfs für 2003 Die Ausgaben steigen 2003 von geplanten 247,9 Milliarden Euro auf 252,5 Milliarden Euro. Die Steuereinnahmen fallen 2003 um 2,6
Milliarden Euro geringer aus als vorhergesehen. Dies ergibt sich aus:
Trotz der angespannten Haushaltslage hat die Bundesregierung mit dem Haushalt 2003 Akzente gesetzt. Einige Beispiele: