
Die deutsche Wirtschaft verliert immer mehr an Schwung. Das Deutsche Institut für Wirtschaftsforschung (DIW/Berlin) erwartet für das 4. Quartal dieses Jahres eine Stagnation beim realen Bruttoinlandsprodukts (BIP). Gegenüber dem 4. Quartal des Vorjahres würde dies ein Wachstum von lediglich 0,5 Prozent bedeuten, heißt es am Mittwoch veröffentlichten DIW-Wochenbericht.
Nach der Jahresmitte habe sich das Wachstumstempo entgegen früherer Erwartungen nicht beschleunigt. Im 3. Quartal habe das BIP im Vergleich zum Vorquartal nach vorläufigen Berechnungen um nur 0,3 Prozent zugelegt. Gegenüber dem entsprechenden Vorjahreszeitraum habe die Zunahme 1,1 Prozent betragen.
Einer robusten Entwicklung im Exportgeschäft habe im 3. Quartal eine schwächere Inlandsnachfrage gegenübergestanden. Die Konsumausgaben der privaten Haushalte haben laut DIW nach einem zwischenzeitlichen Anstieg im 2. Quartal um 0,3 Prozent stagniert (0,1 Prozent). In der Industrie spreche die Entwicklung der Auftragseingänge insgesamt für eine nachlassende Dynamik im letzten Quartal.
Auch auf dem Arbeitsmarkt zeichne sich zum Jahresende keine Entspannung ab. Das gesamtwirtschaftliche Wachstum sei zu gering, um entsprechende Beschäftigungsimpulse nach sich zu ziehen. Dies dürfte die Entwicklung beim privaten Konsum belasten. Die Verbraucher dürften angesichts zunehmender Einkommensbelastungen im nächsten Jahr ihre Konsumpläne weiter zu Gunsten des Vorsorgesparens ändern.