
Wie die FTD berichtet, soll der frühere brandenburgische Ministerpräsident Manfred Stolpe (SPD) neuer Ressortchef für Verkehr, Bau sowie den Aufbau Ost werden. Der ursprünglich für den Posten vorgesehene Wolfgang Tiefensee (SPD) hätte dem Werben des Kanzlers widerstanden.
Neue Familienministerin soll überraschend die bayrische SPD-Politikerin und frühere Bundestagsvizepräsidentin Renate Schmidt werden. Die aus dem Osten stammende bisherige Amtsinhaberin Christine Bergmann (SPD) hatte freiwillig verzichtet.
Weitgehend Klarheit gibt es über die anderen noch offenen Kabinettsposten. Es zeichnete sich ab, dass die bisherige Innen-Staatssekretärin Brigitte Zypries (SPD) neue Justizministerin wird.
Neben Gesundheit soll Ulla Schmidt (SPD) zusätzlich für Soziales die Ressortleitung übernehmen. Statt eines vierten Ministeriums erhalten die Grünen in ihren Ressorts mehr Kompetenzen. So bekommt ihr Umweltminister Jürgen Trittin auch die Zuständigkeit für erneuerbare Energien vom Wirtschaftsministerium. Renate Künast erhält ein umfassendes Initiativrecht für Verbraucherschutz sowie eine weitgehende Zuständigkeit für die Gentechnik.
Der für Europafragen zuständige Staatsminister im Außenministerium wird von der SPD besetzt. Favorit ist hier Hans Martin Bury (SPD), der bisherige Staatsminister im Kanzleramt.
Bei den übrigen Schlüsselressorts gibt es keine Änderungen: Der Grüne Joschka Fischer bleibt Außenminister, Otto Schily (SPD) Innenminister sowie Hans Eichel (SPD) Chef im Finanzressort und Peter Struck weiter Verteidigungsminister. Neues Kabinettsmitglied wird der bisherige nordrhein-westfälische Ministerpräsident Wolfgang Clement (SPD), der künftig die Bereich Wirtschaft und Arbeit leitet.
Die Wahl des Kanzlers und die Vereidigung des neuen Kabinetts finden am kommenden Dienstag statt. An diesem Wochenende wollen Parteitage von SPD und Grünen die Koalitionsvereinbarung billigen.